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Studie
Management-Reports folgen häufig eigenen visuellen Regeln. Leser:innen müssen deshalb erst das Format entschlüsseln, bevor sie die geschäftliche Aussage erfassen. Die Studie von Blueforte, der IBCS Association und der TU München zeigt, wie stark eine standardisierte Notation nach ISO 24896 Bearbeitungszeit, Fehlerquote und Abbrüche reduziert.
In vielen Unternehmen bedeutet dieselbe Farbe, derselbe Diagrammtyp oder dieselbe Beschriftung von Bericht zu Bericht etwas anderes. Wer einen Report liest, muss die Darstellung jedes Mal neu interpretieren. Das verlangsamt die Analyse und erhöht das Risiko von Fehlinterpretationen, gerade in Berichten, auf deren Basis Management-Entscheidungen getroffen werden. ISO 24896 setzt an diesem Punkt an. Die Norm legt eine einheitliche visuelle Notation für wiederkehrende Geschäftsbegriffe fest, etwa Ist, Plan, Forecast, Abweichungen und Zeitvergleiche. Grundlage sind die Notationsprinzipien der International Business Communication Standards (IBCS).
In einem kontrollierten Online-Experiment bearbeiteten mehr als 1.000 Fach- und Führungskräfte identische Aufgaben zu Sales- und Finance-Reports, Dashboards aus dem Beschwerdemanagement und einzelnen Notationsregeln. Per Zufall erhielten sie entweder die Originalversion oder eine ISO-24896-konforme Fassung derselben Berichte. Gemessen wurden Bearbeitungszeit, Antwortgenauigkeit und Abbrüche.
Mit ISO 24896 sank die Bearbeitungszeit bei Sales- und Finance-Reports um 47,8 Prozent, die Fehlerquote um 52,7 Prozent. Auch bei den Dashboards aus dem Beschwerdemanagement fielen die Ergebnisse signifikant besser aus. Den größten Nutzen hatten Fachleute aus Finance und Controlling sowie das Top-Management, das seine Fehlerquote um 69,9 Prozent senkte. Nur 26 Prozent der Teilnehmenden kannten die Notation bereits, die ISO-Gruppe erhielt vorab eine dreiminütige Einführung.
Für Unternehmen wird die Reporting-Notation damit zu einer Frage der Reporting-Governance. Die Studie zeigt, wie sich ein gemeinsamer Standard in BI-Templates, Schulungen und klaren Verantwortlichkeiten verankern lässt.
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